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Arten & Schutz

Reptilien und Amphibien sind scheue und versteckt lebende Tiere, daher fallen sie vielen Menschen
im Alltag nicht auf. Das Problem dabei: Den Bürgerinnen und Bürgern fällt auch nicht auf, wenn diese
Arten nach und nach aus ihrer Nachbarschaft verschwinden. Dies geschieht in den letzten 30-40
Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit. Manche Arten werden bundesweit seltener, bei anderen
brechen regionale Populationen besonders stark ein. Vor wenigen Jahren hätte wohl niemand
gedacht, dass z.B. der Grasfrosch (Rana temporaria) in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten
Liste stehen könnte. Seine Bestände gehen, trotz noch vergleichsweise häufigem Vorkommen,
drastisch zurück. Er gilt zwar bundesweit noch als nicht direkt bedroht, ist aber in mehreren
Bundesländern bereits als gefährdet eingestuft.


Wie erschreckend der Einfluss selbst kleiner, vom Menschen verursachter Veränderungen sein kann,
zeigte das Beispiel des Auftauchens des Pilzes „bsal“ bei Feuersalamandern. Der Chytridpilz
Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) stammt vermutlich aus Ostasien und wurde
wahrscheinlich durch den internationalen Amphibienhandel nach Europa eingeschleppt. Der Pilz
infiziert die Haut von Salamandern, zerstört das Hautgewebe und stört lebenswichtige Funktionen
wie Atmung und Wasserhaushalt. Bei Feuersalamandern in Deutschland führt dies häufig zu
Massensterben und starken Bestandsrückgängen, teilweise zum Zusammenbrechen lokaler
Populationen. Nur Erhaltungszuchten nicht befallener oder gesundeter Tiere können in diesen Fällen
die Zukunft solcher Tiere sichern.
Die wichtigsten Bedrohungsfaktoren für Amphibien- und Reptilienarten im Rheinland und in Deutschland sind:

1. Lebensraumverlust und -fragmentierung
Zerstörung oder Zerschneidung von Feuchtgebieten, Gewässern, Wiesen und Heiden durch
Bebauung, Landwirtschaft und Infrastruktur
2. Intensive Landwirtschaft
Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, Entwässerung von Flächen sowie Verlust von
strukturreichen Lebensräumen
3. Straßenverkehr
Besonders während der Laichwanderungen von Amphibien kommt es zu hohen Verlusten durch
Überfahren.
4. Gewässerveränderungen
Ausbau, Begradigung oder Verschmutzung von Gewässern sowie das Trockenlegen von
Kleingewässern
5. Krankheiten und invasive Pathogene
Beispielsweise der Pilz Batrachochytrium salamandrivorans, der Feuersalamanderpopulationen stark
schädigt (s.o.)
6. Klimawandel
Häufigere Trockenperioden und Temperaturveränderungen können Laichgewässer austrocknen oder
Entwicklungszyklen stören.
7. Invasive Arten
Eingeschleppte Tiere wie Fische oder amerikanische Krebsarten können Eier, Larven oder Jungtiere
fressen, dies gilt z.B. auch für Goldfische in Gartenteichen.
8. Direkte Störungen durch den Menschen
Freizeitnutzung von Lebensräumen, Sammeln von Tieren oder Zerstörung von Versteckstrukturen.
Diese Faktoren wirken oft kombiniert, wodurch viele Amphibien- und Reptilienarten in Deutschland
inzwischen als gefährdet oder stark gefährdet gelten.


Der Erhalt dieser Arten hängt natürlich davon ab, dass die entsprechenden Biotope erhalten oder

(wieder) hergestellt werden und für die entsprechenden Arten auch wieder lebenswert sind. Hier
geht es also häufig darum, dass verlorene natürliche Landschaftsstrukturen wie z.B. (Klein-)Gewässer,
Auenlandschaften, strukturreiche Offenlandschaften, Trockenstandorte mit Steinstrukturen,
Saumbiotope etc. zu renaturieren oder neu zu schaffen, häufig benötigt man für eine erfolgreiche
Wiederansiedelung auch Biotopverbundstrukturen. Ohne eine intakte Natur sind alle Versuche im
Artenschutz zum Scheitern verurteilt.
Bestehen natürliche oder naturähnliche Biotope, ist es möglich, durch gezielte, langfristig angelegte
Wiederansiedelungen Arten zu erhalten oder zu stützen. Auch die Verluste durch Baumaßnahmen
können in vielen Fällen ausgeglichen werden durch gezielte Schutzmaßnahmen oder Umsiedelungen.
Nur durch solche Maßnahmen können wir es schaffen, diese wundervollen und für das biologische
Netzwerk so wichtigen Arten dauerhaft zu erhalten für nachfolgende Generationen und einen
ungestörten Kreislauf in der Natur. Das AZR möchte hier seinen Beitrag leisten durch die Haltung und
Vermehrung von Arten bzw. Lokalformen für spätere Ansiedelungen oder als genetische Reserve für
Notfälle.

Amphibien und Reptilien in NRW

Schwanzlurche (Molche & Salamander)

  • Feuersalamander (Salamandra salamandra) – regional gefährdet

  • Kammmolch (Triturus cristatus) – stark gefährdet

  • Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) – meist ungefährdet

  • Teichmolch (Lissotriton vulgaris) – häufig, nicht gefährdet

  • Fadenmolch (Lissotriton helveticus) – regional gefährdet

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Froschlurche (Frösche, Kröten, Unken)

  • Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) – stark gefährdet

  • Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) – vom Aussterben bedroht

  • Kreuzkröte (Epidalea calamita) – gefährdet

  • Wechselkröte (Bufotes viridis) – stark gefährdet

  • Erdkröte (Bufo bufo) – relativ häufig

  • Gelbbauchunke (Bombina variegata) – stark gefährdet

  • Rotbauchunke (Bombina bombina) – in NRW sehr selten / stark gefährdet

  • Laubfrosch (Hyla arborea) – gefährdet

  • Springfrosch (Rana dalmatina) – regional gefährdet

  • Moorfrosch (Rana arvalis) – stark gefährdet

  • Grasfrosch (Rana temporaria) – relativ häufig (s.o.)

  • Seefrosch (Pelophylax ridibundus) – meist ungefährdet

  • Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae) – regional selten/teilweise gefährdet

  • Teichfrosch (Pelophylax kl. esculentus) – häufig]

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Reptilien in NRW (Echsen, Schlangen & Schildkröten)

  • Zauneidechse (Lacerta agilis) – gefährdet

  •  Waldeidechse (Zootoca vivipara) – regional gefährdet

  • Mauereidechse (Podarcis muralis) – lokal verbreitet

  • Blindschleiche (Anguis fragilis) – relativ häufig

  • Schlingnatter (Coronella austriaca) – stark gefährdet

  • Ringelnatter (Natrix natrix) – gefährdet

  • Würfelnatter (Natrix tessellata) – sehr selten / vom Aussterben bedroht (lokal)

  • Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) – in NRW ausgestorben

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